Mrz 12 2009
Frankreichs Rückkehr in die NATO
Präsident Sarkozy hat entschieden, daß Frankreich sich auch wieder in die militärischen Strukturen der NATO integriert. Ich finde das gut. Es ermöglicht noch besser, mit Frankreich gemeinsam an der Zukunft der NATO zu bauen. Dazu wird der Anstoß auf dem NATO-Gipfel am 3./4.4. in Straßburg und Kehl/Baden-Baden gegeben.
Dieser Schritt hat einige Folgen. Nach bisheriger Lesart bekommen die Franzosen einen 4-Sterne- und einen 3-Sterne-General in NATO-Stäben. Gewichtiger ist, was dahinter steht. Um einen “Stern” in der NATO-Struktur zu bekommen, muss das betroffene Land ca. 50 andere Offiziere in den Stäben, etc. stellen. Diese Offiziere sollten erfahren sein, sich in der NATO auskennen und Englisch sprechen. Frankreich wird zunächst Schwierigkeiten haben, diese Stellen zu besetzen, denn die wachsen nicht auf den Bäumen, sondern sind über Jahre herangezogen worden. Diese Tatsache wird auch weitere französische personelle Ambitionen zunächst einmal bremsen.
Mit einem voll in der NATO integrierten Frankreich kann dann vielleicht auch die Beziehung zwischen NATO und EU auf eine halbwegs vernünftige Basis gestellt werden. Bei einer Überlappung von 21 Ländern, die zugleich in NATO und EU Mitglied sind, müsste das doch endlich möglich sein.
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Frankreichs Rückkehr in die militärischen Strukturen der NATO kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er bedeutet die Anerkennung der weltpolitischen Realität.
Frankreich hat seine Niederlage 1940 nie ganz verwunden. Noch schlimmer war, dass es sich nicht aus eigener Kraft von der Nazi-Diktatur befreien konnte, sondern dazu die Hilfe der USA brauchte. Auf den Status einer Mittelmacht abgesunken, versuchte Frankreich irgendwie doch noch den Anschein einer Großmacht zu erwecken. Das versuchte man, indem man sich als Gegenpol zur neuen Weltmacht USA positionierte und auch zur von den USA dominierten NATO.
Jetzt ist Sarkozy in der Realität angekommen, zum Wohl der NATO, Europas und nicht zuletzt Frankreichs selbst.