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Sep 14 2009

Kundus -eine Woche danach

Veröffentlicht von Rainer Stinner am 14 September 2009 in der Kategorie Afghanistan

Die Kanzlerin hat letzte Woche eine sehr klare Rede gehalten. In der hat sie Worte und Bewertungen gefunden, die Herrn Jung so nicht eingefallen waren. Wir haben dem Inhalt dieser Rede voll zugestimmt.

Seitdem gilt: vor einer endgültigen Bewertung des Vorfalls in Kundus warten wir die Ergebnisse der Ermittlungen ab. Dabei kristallisieren sich zwei Fragen heraus: konnte Oberst Klein zu Recht von einer “unmittelbaren Bedrohung” ausgehen? Hat er alle zur Verfügung stehenden Aufklärungsmittel eingesetzt.

Ich bin immer dafür, die schwierige Entscheidungssituation in Kundus voll zu berücksichtigen. Solche LKW-Attentate waren schon “erfolgreich” passiert und sie waren für Kundus angekündigt.

Aber ich bin auch dafür, dass, wenn Fehleinschätzungen oder Fehlhandlungen festgestellt werden sollten, diese auch offen benannt werden sollten.

Nachdem sich also “alle Welt” in Deutschland, außer der Linkspartei, darauf verständigt hat, dass es sinnvoll ist, zuerst die Berichte abzuwarten und dann zu urteilen, geht das Verteidigungsministerium wieder einmal seinen eigenen falschen Weg. Heute verkündigt der Ministeriumssprecher Raabe als Gewissheit: “Dieser Schlag war aus militärischer Sicht gerechtfertigt”. Wieso diese Festlegung? Wieso dann noch Untersuchungen? Das ist genauso unklug wie Jungs schnelle Fesstellung, es gebe nur 56 Taliban-Tote und es seien keine unbeteiligten Zivilisten betroffen.

Auch nach vier Jahren der Zusammenarbeit mit dem Ministerium muss ich sagen: Die lernen es nicht mehr.

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2 Kommentare

2 Kommentare zu “Kundus -eine Woche danach”

  1. Mülleron 19 Okt 2009 at 14:50

    Es würde mich doch einmal interessieren, ob für jede, durch welche Nation auch immer, abgeworfene Bombe so ein Aufstand gemacht wurde. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kommt man nur in Deutschland auf solche Ideen.
    Oberst Klein hat sich ihm Rahmen seiner Zuständigkeit für einen Angriff entschieden. Mag sein, dass er sich geirrt hat, aber Fehler kommen auch im Krieg vor und sind deshalb noch lange kein Fall für die Staatsanwaltschaft. Das politische Signal für die Soldaten ist verheerend. Es führt entweder zu völliger Passivität oder völliger Vertuschung.
    Unabhängig davon muss die Botschaft lauten, wer mit den Taliban zusammen arbeitet kann auch ins Fadenkreuz gelangen. Wer trotzdem dabei umkommt hat eben Pech gehabt. Jegliche Entschuldigung ist hier kontraproduktiv.

  2. Bürgeron 26 Okt 2009 at 14:45

    @Stinner

    Wo bleibt eigentlich der NATO-Abschlussbericht zu dem Vorfall? Sollte der nicht Mitte Oktober fertig sein?

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