Okt 09 2009
Visafreiheit für Bosnien und Herzegowina: ein Schritt auf dem Weg nach Europa
Als im Sommer die EU die Visafreiheit für Staaten Süd-Ost-Europas aufgehoben hat, davon aber BiH ausgenommen hat, war die Empörung dort groß. Interessanterweise richtete sich diese Empörung aber nicht geben die Regierung in BiH, die nicht in der Lage war, wie die anderen Länder die organistorischen Voraussetzungen zu schaffen. Sondern die Empörung richtete sich gegen die EU, gegen Politiker und auch gegen mich, da ich nach wie vor der Meinung war, dass die EU auf der Einhaltung von Kriterien bestehen sollte.
Dieser Druck der EU hat offensichtlich geholfen. Erfreulicherweise hat BiH jetzt wohl die Bedingungen erfüllt. Das begrüße ich sehr. Denn ich setze mich seit Jahren dafür ein, den Bürgern Süd-Ost-Europas, denen wir mit dem Beschluss von Saloniki in 2003 eindeutig die EU-Perspektive aufgezeigt haben, zu ermöglichen, Europa auch kennen zu lernen.
Ich setze mich dafür ein, dass jetzt die EU versucht, auch für BiH die Visafreiheit möglichst schnell einzuführen, und nicht die übliche Bürokratie walten lässt, die dann erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 fertig wäre.
Gleichzeitig möchte ich aber nochmals betonen, dass ich den wirklichen Reformwillen und die Reformgeschwindigkeit der politischen Eliten in BiH immer noch vermisse.
Das kann nicht so weitergehen, langsam verliert das Land die Unterstützung von vielen Wohlmeinenden hier in Deutschland. Diese Botschaft müssen wir immer wieder an die Bürger von BiH, auch die vielen in Deutschland lebenden, senden. Für den mangelnden Fortschritt sind in erster Linie die Politiker des Landes selber verantwortlich. Die Energie der Bürger sollte darauf gerichtet sein, diese Politiker anzutreiben, und nicht darauf, andere Länder und die EU für diese Misere verantwortlich zu machen.
Auch für Bosnien und Herzegowina gilt: das Tor zu Europa steht offen, durch dieses Tor gehen muss das Land selber.



SEhr geehrter Herr Stinner,
wir ahben u ns ei nmal in Srebrenkica zusammen mit den deutschen Parlamentariern der deutsch-bosnischen Parlamentariergruppe getroffen. Ich bin seit langem Journalist hier auf dem Balkan und vor allem in Bosnien und Herzegowina.
Ihre Positionsänderung im Falle des Visaregimes begrüsse ich sehr. Und frage Sie, ob Sie sich nun auch zu einer Unterschrift unter dem Aufruf http://www.balkangoeseurope.eu entschließen könnten.
Erlauben Sie mir noch eine Bemerkung. Sie sprechen in bezug auf BiH von “den” Politikern. Diese Charakterisierung ist schon in Deutschland problematisch und populistisch und auch Ihnen sicherlich ein Dorn im Auge. Hier liegen die Dinge aber noch weit komplexer, man sollte schon Ross und Reiter nennen, meiner Meinung nach.
Mit freundlichen Grüssen,
Erich Rathfelder
Journalist und Publizist
Per Zufall auf diesen Blog Eintrag gestossen.
Schoen zu sehen das trotzdem dass die BiH Regierung (welch ein Wunder, wer hätte daran geglaubt) alle Forderungen erfüllt hat sich die EU immer noch verdammt schwer tut die Visafreiheit für BiH Bürger zu erteilen und es witzigerweise nicht so zügig geht wie im Fall von Serbien & CO
Siehe auch:
http://www.esiweb.org/index.php?lang=en&id=435
Würde gerne Ihre Meinung/Komentar/Blogg zu diesem Thema sehen.
Grüsse
Musa