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	<title>Kommentare zu: NATO-Report zur Bombardierung in Kundus</title>
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	<description>Dr. Rainer Stinners Weblog zu Außen- und Sicherheitspolitik</description>
	<lastBuildDate>Mon, 16 Aug 2010 09:04:03 +0200</lastBuildDate>
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		<title>Von: Sven Ortmann</title>
		<link>http://www.stinner-bloggt.de/2009/11/nato-report-zur-bombardierung-in-kundus/comment-page-1#comment-99</link>
		<dc:creator>Sven Ortmann</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 11:05:37 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;3. Neu ist für mich, dass es in der NATO in Afghanistan Grauzonen bei der Auslegung der Einsatzregeln (Rules of Engagement ROE) (...) gibt. Diese Grauzonen und Interpretationsspielräume sind unmittelbar zu beseitigen.&quot;

Dem möchte ich widersprechen.
Es sollte klar sein, dass Truppen in einem Kriegsland das tun dürfen, was nicht ausdrücklich verboten ist und zugleich aber Selbstschutz oder Auftrag dienlich ist. Insofern kann es gar keine Grauzonen geben, sondern nur Handlungsspielräume.

Dem Bundeswehr-Führungsprinzip Auftragstaktik entsprechend muss man den Führern vor Ort einen guten Ermessensspielraum geben.

Ein Versuch, das Handeln in ein lückenloses RoE-Korsett zu zwängen widerspräche der Ausbildung und Führungskusnt unserer Soldaten. Zudem ist ein Regelwerk starr - das macht berechenbar und Berechenbarkeit ist im Einsatz fatal.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;3. Neu ist für mich, dass es in der NATO in Afghanistan Grauzonen bei der Auslegung der Einsatzregeln (Rules of Engagement ROE) (&#8230;) gibt. Diese Grauzonen und Interpretationsspielräume sind unmittelbar zu beseitigen.&#8221;</p>
<p>Dem möchte ich widersprechen.<br />
Es sollte klar sein, dass Truppen in einem Kriegsland das tun dürfen, was nicht ausdrücklich verboten ist und zugleich aber Selbstschutz oder Auftrag dienlich ist. Insofern kann es gar keine Grauzonen geben, sondern nur Handlungsspielräume.</p>
<p>Dem Bundeswehr-Führungsprinzip Auftragstaktik entsprechend muss man den Führern vor Ort einen guten Ermessensspielraum geben.</p>
<p>Ein Versuch, das Handeln in ein lückenloses RoE-Korsett zu zwängen widerspräche der Ausbildung und Führungskusnt unserer Soldaten. Zudem ist ein Regelwerk starr &#8211; das macht berechenbar und Berechenbarkeit ist im Einsatz fatal.</p>
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	<item>
		<title>Von: Rainer Stinner</title>
		<link>http://www.stinner-bloggt.de/2009/11/nato-report-zur-bombardierung-in-kundus/comment-page-1#comment-97</link>
		<dc:creator>Rainer Stinner</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 15:41:13 +0000</pubDate>
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		<description>Auch Ihnen vielen Dank, Herr S. für Ihre Anmerkungen. Dazu im Einzelnen:
zu 3. Die Grauzonen beziehen sich auf z.T. nicht eindeutig geklärte Prozeduren und auf die Interpretation von Begriffen wie &quot;imminent threat&quot;. Die bis zum Sommer geltende Taschenkarte war weniger ein Ergebnis von Absprache-Unzulänglichkeiten, als vielmehr das Nicht-Wahrnehmen-Wollen der realen Situation in Afghanistan.

zu 4. Bisher sind sie jedenfalls geheim. General Ramms, den ich ansonsten sehr schätze, hat allerdings schon einige Infos, die damit zusammenhängen könnten, veröffentlicht.

zu 5. Doch, das wäre neu. Mein Eindruck ist jedenfalls, dass das BMVg in den vergangenen Jahren nicht gerade zu den lernfreudigen und -fähigen Organisation dieses Landes gehört. Wenn sich das ändert, finde ich das ganz prima.

zu 6. Ich habe der Begrifflichkeit von Minister zu Guttenberg ausdrücklich zugestimmt. Ich halte es auch für richtig, dass wir uns im Interesse unserer Soldaten dieses Themas intensiv annehmen.
Mir geht es ausschließlich darum dass ich nicht die Folgerung akzeptieren kann, dass in Zukunft ein deutscher Soldat in derselben Situation zwangsläufig zu derselben Entscheidung kommen muss.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Auch Ihnen vielen Dank, Herr S. für Ihre Anmerkungen. Dazu im Einzelnen:<br />
zu 3. Die Grauzonen beziehen sich auf z.T. nicht eindeutig geklärte Prozeduren und auf die Interpretation von Begriffen wie &#8220;imminent threat&#8221;. Die bis zum Sommer geltende Taschenkarte war weniger ein Ergebnis von Absprache-Unzulänglichkeiten, als vielmehr das Nicht-Wahrnehmen-Wollen der realen Situation in Afghanistan.</p>
<p>zu 4. Bisher sind sie jedenfalls geheim. General Ramms, den ich ansonsten sehr schätze, hat allerdings schon einige Infos, die damit zusammenhängen könnten, veröffentlicht.</p>
<p>zu 5. Doch, das wäre neu. Mein Eindruck ist jedenfalls, dass das BMVg in den vergangenen Jahren nicht gerade zu den lernfreudigen und -fähigen Organisation dieses Landes gehört. Wenn sich das ändert, finde ich das ganz prima.</p>
<p>zu 6. Ich habe der Begrifflichkeit von Minister zu Guttenberg ausdrücklich zugestimmt. Ich halte es auch für richtig, dass wir uns im Interesse unserer Soldaten dieses Themas intensiv annehmen.<br />
Mir geht es ausschließlich darum dass ich nicht die Folgerung akzeptieren kann, dass in Zukunft ein deutscher Soldat in derselben Situation zwangsläufig zu derselben Entscheidung kommen muss.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan S.</title>
		<link>http://www.stinner-bloggt.de/2009/11/nato-report-zur-bombardierung-in-kundus/comment-page-1#comment-96</link>
		<dc:creator>Stefan S.</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 15:21:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stinner-bloggt.de/?p=279#comment-96</guid>
		<description>@Sascha Stoltenow: Ihre Kritik ist berechtigt. Wenn schon jemand Einsicht in den Bericht erhält, sollte eine etwas detailliertere Interpretation möglich sein.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass alles Berichtenswertes bereits genannt wurde.

@Rainer Stinner

Ich will mich trotzdem zu den einzelnen Punkten Ihres Beitrags äußern.

Zu &lt;b&gt;1.&lt;/b&gt; kann ich Ihnen nur zustimmen.
Bei &lt;b&gt;2.&lt;/b&gt; gehen Sie ja mit der Interpretation von Minister und zuvor schon GI konform, vielleicht ist es ganz gut, das hier nochmal bestätigt zu sehen.
&lt;b&gt;3.&lt;/b&gt; Diese &quot;Grauzonen&quot; sind m.E. einfach zu erklären. Bei (noch) 42 NATO-Staaten, die zwar unter ISAF-Befehl stehen, aber dennoch eigene Ausbildungshintergründe und Vorstellungen der Auftragsumsetzung haben, ist mir der Verweis auf Verständnisprobleme im Bericht unklar. Allein unsere Taschenkarte war Zeugnis dieser Absprache-Unzulänglichkeiten.
&lt;b&gt;4.&lt;/b&gt; Hier mal eine Frage: Werden denn die von Oberst Klein gemachten Fehler konkret als Geheimnis deklariert?
&lt;b&gt;5.&lt;/b&gt; Das ist nun wahrlich nicht neu!
&lt;b&gt;6.&lt;/b&gt; An dieser Stelle würde mich interessieren, wie Sie den Konflikt in Afghanistan bezeichnen würden. Ich persönlich bin froh darüber, wenn wir nun über einen &quot;nichtinternationalen bewaffneten Konflikt&quot; sprechen. Die &quot;Zwangsläufigkeit&quot;, von der zu Guttenberg und GI sprachen, resultierte in diesem Einzelfall aus der &quot;militärischen Angemessenheit&quot;, die Oberst Klein vom Vorwurf des Kriegsverbrechens (vorsätzliche Schädigung von Zivilisten) befreien sollte, der im Zusammenhang mit der klaren begrifflichen Benennung des Einsatz gemacht werden kann. &lt;b&gt;7.&lt;/b&gt; und &lt;b&gt;8.&lt;/b&gt; lasse ich mal als z.T. parteipolitische Äußerungen unkommentiert. Ob die Informationspolitik zu Guttenbergs wirklich so kooperativ und transparent sein wird, zeigt sich erst in der kommenden Zeit. Ich bin zwar vorsichtig optimistisch, aber zugleich eben auch skeptisch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Sascha Stoltenow: Ihre Kritik ist berechtigt. Wenn schon jemand Einsicht in den Bericht erhält, sollte eine etwas detailliertere Interpretation möglich sein.</p>
<p>Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass alles Berichtenswertes bereits genannt wurde.</p>
<p>@Rainer Stinner</p>
<p>Ich will mich trotzdem zu den einzelnen Punkten Ihres Beitrags äußern.</p>
<p>Zu <b>1.</b> kann ich Ihnen nur zustimmen.<br />
Bei <b>2.</b> gehen Sie ja mit der Interpretation von Minister und zuvor schon GI konform, vielleicht ist es ganz gut, das hier nochmal bestätigt zu sehen.<br />
<b>3.</b> Diese &#8220;Grauzonen&#8221; sind m.E. einfach zu erklären. Bei (noch) 42 NATO-Staaten, die zwar unter ISAF-Befehl stehen, aber dennoch eigene Ausbildungshintergründe und Vorstellungen der Auftragsumsetzung haben, ist mir der Verweis auf Verständnisprobleme im Bericht unklar. Allein unsere Taschenkarte war Zeugnis dieser Absprache-Unzulänglichkeiten.<br />
<b>4.</b> Hier mal eine Frage: Werden denn die von Oberst Klein gemachten Fehler konkret als Geheimnis deklariert?<br />
<b>5.</b> Das ist nun wahrlich nicht neu!<br />
<b>6.</b> An dieser Stelle würde mich interessieren, wie Sie den Konflikt in Afghanistan bezeichnen würden. Ich persönlich bin froh darüber, wenn wir nun über einen &#8220;nichtinternationalen bewaffneten Konflikt&#8221; sprechen. Die &#8220;Zwangsläufigkeit&#8221;, von der zu Guttenberg und GI sprachen, resultierte in diesem Einzelfall aus der &#8220;militärischen Angemessenheit&#8221;, die Oberst Klein vom Vorwurf des Kriegsverbrechens (vorsätzliche Schädigung von Zivilisten) befreien sollte, der im Zusammenhang mit der klaren begrifflichen Benennung des Einsatz gemacht werden kann. <b>7.</b> und <b>8.</b> lasse ich mal als z.T. parteipolitische Äußerungen unkommentiert. Ob die Informationspolitik zu Guttenbergs wirklich so kooperativ und transparent sein wird, zeigt sich erst in der kommenden Zeit. Ich bin zwar vorsichtig optimistisch, aber zugleich eben auch skeptisch.</p>
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		<title>Von: Rainer Stinner</title>
		<link>http://www.stinner-bloggt.de/2009/11/nato-report-zur-bombardierung-in-kundus/comment-page-1#comment-95</link>
		<dc:creator>Rainer Stinner</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 14:49:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stinner-bloggt.de/?p=279#comment-95</guid>
		<description>Vielen Dank für Ihre Anmerkung, die ich so allerdings nicht teilen kann. Für die politische Bewertung sind nicht die Details des Berichtes wichtig, die auch geheim sind. Der Kern meiner Aussage ist, dass ich die Einschätzung des Ministers nicht teile, dass es auch ohne Fehler und Unklarheiten der Regeln zu einer Bombardierung hätte kommen müssen. Die von mir angesprochene Folgerung aus dieser Aussage, dass danach nämlich auch in Zukunft ein deutscher Soldat genauso handeln müsste, habe ich problematisiert. Das ist durchaus ein Beitrag zum sicherheitspolitischen Diskurs, denn diese Grenzziehung wird es in den nächsten Wochen und Monaten ein ganz wichtiges Thema sein (neben dem Hauptthema: was ist unser Auftrag jetzt in AFG, welche Ziele und Milestones gibt es, wie sieht ein Exit-Szenario aus ?)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für Ihre Anmerkung, die ich so allerdings nicht teilen kann. Für die politische Bewertung sind nicht die Details des Berichtes wichtig, die auch geheim sind. Der Kern meiner Aussage ist, dass ich die Einschätzung des Ministers nicht teile, dass es auch ohne Fehler und Unklarheiten der Regeln zu einer Bombardierung hätte kommen müssen. Die von mir angesprochene Folgerung aus dieser Aussage, dass danach nämlich auch in Zukunft ein deutscher Soldat genauso handeln müsste, habe ich problematisiert. Das ist durchaus ein Beitrag zum sicherheitspolitischen Diskurs, denn diese Grenzziehung wird es in den nächsten Wochen und Monaten ein ganz wichtiges Thema sein (neben dem Hauptthema: was ist unser Auftrag jetzt in AFG, welche Ziele und Milestones gibt es, wie sieht ein Exit-Szenario aus ?)</p>
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		<title>Von: Sascha Stoltenow</title>
		<link>http://www.stinner-bloggt.de/2009/11/nato-report-zur-bombardierung-in-kundus/comment-page-1#comment-94</link>
		<dc:creator>Sascha Stoltenow</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 13:24:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.stinner-bloggt.de/?p=279#comment-94</guid>
		<description>Leider entspricht Ihr privilegierter Zugang zum ISAF-Bericht nicht der Qualität der Analyse. Statt differenziert und unter Wahrung der Geheimhaltungspflichten darzustellen, was der Bericht aussagt, beschränken Sie sich darauf, die aus anderen Medien bekannten Allgemeinplätze zu wiederholen, um Ihre eigen politische Agenda zu verfolgen. So weit, so erwartbar, aber mit Blick auf einen aufgeklärten sicherheitspolitischen Diskurs in unserer Gesellschaft einfach zu wenig.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Leider entspricht Ihr privilegierter Zugang zum ISAF-Bericht nicht der Qualität der Analyse. Statt differenziert und unter Wahrung der Geheimhaltungspflichten darzustellen, was der Bericht aussagt, beschränken Sie sich darauf, die aus anderen Medien bekannten Allgemeinplätze zu wiederholen, um Ihre eigen politische Agenda zu verfolgen. So weit, so erwartbar, aber mit Blick auf einen aufgeklärten sicherheitspolitischen Diskurs in unserer Gesellschaft einfach zu wenig.</p>
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