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Archiv der Kategorie 'Internationales'

Feb 07 2010

Sicherheitskonferenz, Nachtrag zu Tag 2 und Tag 3

Veröffentlicht von Rainer Stinner in Internationales

Ein Nachtrag zum zweiten Tag: Ich hatte vergessen, den Vortrag von Frau Ashton zu erwähnen. Das lag wohl daran, dass er nicht bemerkenswertes über die Gestaltung der Welt durch die EU beinhaltete und dass sie unmittelbar nach ihrem Vortrag verschwinden musste, also nicht mehr an der Diskussion mit Westerwelle, Lawrow und Jones teilnehmen konnte.

Am Tag 3 gab es gleich einen positiven Einstieg: mit Nick Gowing von der BBC gab es erstmals einen Moderator, der wirklich aus den Teilnehmern was rausholte und Verknüpfungen schaffte.

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Feb 07 2010

Sicherheitskonferenz Tag 1 und Tag 2

Veröffentlicht von Rainer Stinner in Internationales

Licht und Schatten auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Es ist ohne Zweifel wieder einmal die Veranstaltung auf der Welt mit dem größten Zulauf an hochkarätigen Gästen. Man kann kaum die vielen Ministerpräsidenten und Minister zählen.

Allerdings ist der Erkenntniswert von manchem Panel doch sehr überschaubar. Das liegt daran, dass viele Referenten einfach ihr Routinestatement abspulen und in diesem Fachkreis längst bekannte Wahrheiten verkünden. Sie werden dabei auch nicht durch die Moderatoren gehindert. So kommt zu wenig echte Diskussion zwischen den hochkarätigen Gästen auf. Das ist sehr schade, denn Gelegenheit dazu hätte es gegeben.

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Nov 30 2009

Drei Mandate: ISAF, OEF, UNIFIL diese Woche im Bundestag

Veröffentlicht von Rainer Stinner in Afghanistan, Internationales, NATO

In dieser Woche werden wir über die drei Mandate ISAF, OEF und UNIFL abstimmen.

1. ISAF

Die Bundesregierung bringt mit der Unterstützung von Union und FDP das bisherige Mandat unverändert weiter ein. Das heißt aber nicht, dass sich nichts ändern soll. Ganz im Gegenteil. Die Situation in Afghanistan ist insgesamt unbefriedigend. Zwei Aspekte sind von uns bisher insbesondere kritisiert worden:

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Jul 27 2009

Kein Grund mehr für die Wehrpflicht

Veröffentlicht von Rainer Stinner in Deutschland, Internationales

Die Wehrpflicht ist eine einschneidende Beschränkung der Persönlichkeitsrechte eines jungen Mannes. Diese Beschränkung kann der Staat verlangen, wenn es die Sicherheitsinteressen des Staates notwendig machen. Das war bis 1989 eindeutig der Fall. Das ist heute nicht mehr der Fall.

Von daher könnte die Diskussion über die Wehrpflicht schon hier abgeschlossen sein: Die Grundbedingungen sind nicht mehr erfüllt, also ist die Wehrpflicht abzuschaffen.

Die Diskussion ist aber nicht zu Ende, weil mit Ersatzargumenten die Wehrpflicht weiterhin gerechtferigt wird:

1. Wehrpflicht als Rekrutierungsinstrument der Bundeswehr

Ohne jeden Zweifel bekommt die Bundeswehr durch die Wehrpflicht einfacher qualifizierte Bewerber. Aber diese Funktion der Rekrutierung ist kein hinreichender Grund für die Wehrpflicht. Sicher hätte auch die Polizei, die Feuerwehr, das THW und auch ich als Münchner FDP-Vorsitzender sehr gerne eine Wehrpflicht in unseren Organisationen, das würde uns allen das Leben erleichtern.

2. Ohne Wehrpflicht bricht der Zivildienst zusammen

Auch der Ersatzdienst darf nicht als Rechtfertigung für den “eigentlichen” Dienst herangezogen werden. Es gibt mehrere Modell der Reorganisation der sozialen Aufgaben, die nicht teurer wären als der Zivildienst, und die außerdem reguläre Arbeitsverhältnisse schaffen würden.

3. Wehrpflicht sorgt für die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft

Dieses Argument ist letztlich eine Beleidigung für die Zeit- und Berufssoldaten. Es gibt nach über 50 Jahren Bundeswehr nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, dass die Gefahr besteht, dass die Bundeswehr “ein Staat im Staate” wird. Die Soldaten sind fest in der Gesellschaft verankert. Die Casinos in den Kasernen sind leer, weil die Soldaten ganz normal in der Gesellschaft, in den Vereinen und Organisationen integriert sind. Außerdem plädieren wir (neben Berufssoldaten)  für Zeitsoldaten, die nach 2 – 12 Jahren wieder aus der Bundeswehr ausscheiden und damit den Umlauf mit der Gesellschaft sicherstellen.

4. Wehrpflichtige sind das organisatorische Rückgrat für die einfachen Tätigkeiten

Die Wehrpflicht dauert 9 Monate, davon sind 6 Monate Ausbildung, drei Monate stehen die Wehrpflichtigen für Aufgaben zur Verfügung.

Für Auslandseinsätze stehen Wehrpflichtige nicht zur Verfügung, dort werden nur Freiwillige eingesetzt, die sich länger verpflichtet haben.

Nachdem der Verteidigungsminister vor 3 Jahren verfügt hatte, 5000 Wehrpflichtige mehr einzuziehen, hat das Ministerium berechnet, dass dafür 1000 neue Dienstposten in der Bundeswehr notwendig ist. Wer da noch von Effizienz spricht, dem ist nicht zu helfen.

Außerdem wird die Aufgabe des Soldaten immer komplexer, sodass sich viele Ausbildungen für Wehrprlichtige einfach nicht lohnen.

5. Die Bundeswehr zieht 80% der verfügbaren Männer ein

Das ist nicht nur eine Milchmädchenrechnung, das ist schlicht und einfach falsch. Heute werden nur noch 18% eines Jahrganges zur Bundeswehr eingezogen. Durch eine völlig unbegründete Verschärfung der Musterungskriterien ist die Zahl der Untauglichen innnerhalb von 3 Jahren verdoppelt worden.

Von Wehrgerechtigkeit kann keine Rede sein, ich gehe fest davon aus, dass ein Wehrpflichtiger bei einer Klage in Karlsruhe recht bekommen würde.

All diese vorgeschobenen Gründe sind also nicht stichhaltig. Von 27 NATO-Staaten halten nur noch 5 an der Wehrpflicht fest.

Die Wehrpflicht ist in Deutschland auszusetzen. Das fordert die FDP seit einigen Jahren. Die SPD eiert rum und spricht von einem Konzept der freiwilligen Wehrpflicht, was aber keiner versteht. Die Mehrheit der SPD wird auch die Wehrpflicht abschaffen wollen. Mit der Union wird darüber gegebenenfalls zu verhandeln sein, aber so weit sind wir noch nicht, erst muss der Bürger dafür die Möglichkeit schaffen.

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Feb 09 2009

Sicherheitskonferenz: Frühling beginnt früh dieses Jahr

Veröffentlicht von Rainer Stinner in Afghanistan, Internationales, USA

Logo der Sicherheitskonferenz. CC by Harald Dettenborn

In seinem Abschlußstatement meinte Konferenzorganisator Ischinger: “Der politische Frühling beginnt in München, er beginnt früh in diesem Jahr.” Ich kann ihm da nur zustimmen. Dies war meine fünfte Teilnahme an der Konferenz, und ich sehe tatsächlich einige konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung der internationalen Friedensarchitektur.

Ich führe das auf zwei Ursachen zurück. Erstens befinden wir uns erstmals in einer wirklich globalen Krise, bei der es keine Gewinner oder Verlierer gibt. Russland ist ebenso betroffen wie die USA, Deutschland so wie China. Und zweitens hat natürlich der Regierungswechsel in Washington ungeheure neue Kräfte (und eben nicht nur Erwartungen) freigesetzt.

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Feb 05 2009

Sicherheitskonferenz in München – Vorschau

Veröffentlicht von Rainer Stinner in Internationales

Vor Konferenzbeginn: Der Konferenzsaal. Foto: CC by Harald Dettenborn

Morgen Nachmittag beginnt in München die Sicherheitskonferenz mit einem sehr wichtigen Panel mit Steinmeier, Kissinger und einem hochrangigen Vertreter des Iran zum Thema: Nukleare Rüstung. Dieses Thema, insbesondere die auch vom Westen vorzunehmenden Anstrengungen zu einer nuklearen Abrüstung würde (ich wiederhole: würde) bei einer FDP-Beteiligung an der nächsten Bundesregierung stärker im Focus stehen.

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Okt 01 2008

Internationale Finanzkrise – was soll der Staat machen?

Veröffentlicht von Rainer Stinner in Internationales

Wir hatten gestern eine Sondersitzung der Fraktion, in der uns der Finanzminister und der Bundesbankpräsident über die Rettungsaktion für die Hypo Real Estate berichteten.

Zunächst ist wichtig, dass die Fälle IKB/KFW, Lehman, Fannie Mae, etc. einerseits sowie der Fall Hypo Real Estate andererseits unterschiedliche Ursachen haben. Die ersteren hatten durch den totalen Wertverlust von Hypothekendarlehen den Pleitegeier über sich, bei der HRE geht es “nur” um die Liquidität. Das Geschäftsmodell der Depfa, der Tochter der HRE, geht nicht mehr auf. Sie hatte bisher langfristige Verbindlichkeiten kurzfristig finanziert. Die HRE hat sehr wohl werthaltige Assets, aber sie bekommt aufgrund der Lehman-Pleite kein Geld von anderen Banken zur kurzfristigen Refinanzierung, da der Interbanken-Markt zusammengebrochen ist, da sich die Banken nicht mehr gegenseitig trauen.

Wenn aber die Banken sich gegenseitig kein Geld mehr leihen, können diese keine Kredite mehr an die Unternehmen vergeben, und es kommt zu einem negativen Strudel ungeahnten Ausmaßes.

Also ist es im Prinzip richtig, dass Regierung und Bundesbank die HRE nicht insolvent werden lassen. Am Montag um 02.00 Uhr, zur Börsenöffnung in Tokio, standen Forderungen japanischer Banken an, wären die nicht befriedigt worden, hätte HRE Insolvenz anmelden müssen.

Die Folgen wären fatal gewesen:

1. Domino-Effekt auf andere Banken.

2. Der Zahlungsverkehr wäre zum Erliegen gekommen.

3. HRE und vor allem die Tochter Depfa sind die größten Emittenten von Pfandbriefen, der als besonders sicher geltenden Anlage. Der Zusammenbruch von HRE/Depfa hätte ein Erdbeben am Pfandbriefmarkt ausgelöst.

Also war es im Prinzip richtig, die HRE zu retten. Dabei ist nur wichtig: es darf nicht zu Belastungen des Steuerzahlers zugunsten der Aktionäre und des Managements kommen. Daher muss die Bürgschaft daran gebunden sein, dass die Assets der HRE auf eine bundeseigene Verwertungsgesellschaft über gehen und die Aktionäre leer ausgehen.

Die FDP-Fraktion sieht die Notwendigkeit des Eingreifen des Staates, da noch viele Fragen ungeklärt sind, können wir uns noch kein Bild darüber machen, ob die konkrete Problemlösung von Regierung und Bundesbank unsere Zustimmung finden wird.

(Die FDP hat seit Jahren, nachprüfbar, energisch Reformen der Bankenaufsicht angemahnt, leider bisher ohne jede Resonanz der Regierung).

Die Konsequenzen dieser Krisen müssen sein:

1. Stärkere international abgestimmte Kontrolle der Finanzmärkte.

2. Errichtung eines internationalen Frühwarnsystems durch Bankenaufsichten, die sowohl Liquiditätskrisen als auch Krisen in den Geschäftsmodellen der Banken erkennen können.

3. Schnelle Einführung der Basel-Standards in den USA.

4. Überlegungen, ob das US-dominierte internationale Bewertungssystem von Assets richtig ist, oder nicht doch lieber die “alten, verstaubten” HGB-Standards richtiger sind.

5. Für Deutschland: die Reform der Bankenaufsicht ist dringend geboten. Die Rolle der BaFin und der Bundesbank sind neu zu definieren.

Die Folgen der Krise sind evident:

1. Die Führungsrolle der USA auf den internationalen Finanzmärkten ist angeknackts, wenn nicht sogar gebrochen.

2. Die angebliche Überlegenheit des US-Finanzsystem ist eher eine Unterlegenheit.

3. Europa muss schnell einig handeln, was Standards, Kontrollmechanismen, etc. angeht. Dann könnte sich der Schwerpunkt des Finanzsystems hierher verlagern, falls es nicht gleich in den asiatischen Raum wandert. (Das halte ich augenblick noch für unwahrscheinlich, dafür sind die Märkte dort zu “juvenil”).

4. Falls “der Westen” diese Krise nicht beherrscht, wird das unabsehbare Auswirkungen auf die Situation der Finanz- und Warenmärkte, sowie auf die Stärken-/Schwächen-Relationen von Ländern und Regionen haben, wobei der “Westen” der Verlierer sein wird. Die innenpolitischen Folgen möchte ich mir gar nicht vorstellen.

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